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Eintritt in die neuen Märkte

 

Möchten Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen auch im Ausland anbieten oder Investitionen tätigen?


Wer als Unternehmer vor dem Sprung ins Ausland steht, kann qualifizierte Beratung immer gut gebrauchen. Sie hilft, den neuen Markt zu verstehen und Fehler zu vermeiden.


Daher ist es ein großer Vorteil, bereits vor der ersten Reise in die Zielregion über fundierte Kenntnisse der dort existierenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verfügen.

Die auf den nachfolgenden Seiten dargestellten Länderinformationen sollen Ihnen nützliche Informationen geben. Mitglieder erhalten nähere Informationen über z.B rechtliche und steuerliche Gesichtspunkte zu Gründungen von Firmen und Niederlassungen etc., politische Lage, gesamtwirtschaftliche Entwicklung, Außenwirtschaft des jeweiligen Landes, Investitionen und Kooperationen mit ausländischen Geschäftspartnern, Empfehlenswerte Regeln, die schon bei der ersten Geschäftsanbahnung nützlich sein können und wie man Geschäfte in verschiedenen Ländern macht unter Berücksichtigung länderspezifischer Aspekte

im Mitgliederbereich.

 

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Mit einer Länderbewertung von A4 gilt Marokko als eine der stabilsten Volkswirtschaften der Region. Ausländer nutzen die Situation, um den afrikanischen Markt partiell von Marokko aus zu erschließen.

Die Auswirkungen des arabischen Frühlings hielten sich in Marokko in Grenzen. Dafür gibt vor allem zwei Gründe: Zum einen liegt das an der Rolle des Königs, der in der Bevölkerung nach wie vor ein sehr hohes Ansehen genießt. Zum anderen versuchten die politischen Mächte in Marokko dem Entstehen von Unzufriedenheit und Unruhen zuvorzukommen. Die Verfassungsreform, von König Mohammed VI. in die Wege geleitet, ist durch ein Referendum im Juni 2011 gebilligt worden. Sie sieht vor, die Macht innerhalb der Monarchie zugunsten des Ministerpräsidenten und des Parlaments zu verlagern. Gleichzeitig stärkt sie die Unabhängigkeit der Justiz und die Eigenständigkeit der Regionen. Wesentliche Vorrechte des Königs bleiben jedoch erhalten. Marokko ist seit 1956 unabhängig und gemäß der Verfassung von 1992 eine konstitutionelle Monarchie.
Chancen und Risiken

Was Marokko heute wirtschaftlich interessant macht: die gut vertretbare Auslandsverschuldung und der solide und dynamische Bankensektor. Das „Maghrebinische Königreich“, so die eigene offizielle Staatsbezeichnung, nimmt durchaus eine Vorbildfunktion für Staaten des subsaharischen Afrikas im Bezug auf Entwicklungsstand und Bankensystem ein. Zudem profitiert das Land von wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt, dem florierenden Phosphat-Handel, Tourismus und verbesserter Infrastruktur. Außerdem scheint Marokko eines der innovativsten Länder im Bereich der erneuerbaren Energien zu sein.

Dennoch bestehen gravierende Probleme: Stark abhängig von Rohstoffen, bleibt die marokkanische Wirtschaft fragil. Geringere Ernten als 2011 und die sich abschwächende wirtschaftliche Lage in Europa als wichtigstem Handelspartner bremsen das Wachstum in 2012. Marokko exportiert 60 Prozent seiner Güter in die EU. Zudem stammen fast die Hälfte der Einnahmen im Tourismus und 85 Prozent des Transfers von expatriate workers aus Europa. Zwar strebt die Regierung für 2012 ein Wachstum um vier Prozent an, doch Coface erwartet lediglich eine um etwa drei Prozentpunkte ansteigende Wirtschaftsleistung.


Stärken

  • Bodenschätze, landwirtschaftliche Ressourcen und großes touristisches Potential
  • Günstige geographische Lage, Nähe zum europäischen Markt
  • Qualitätssteigerung und Diversifizierung der Produktion in wichtigen Branchen, z.B. Automobil, Elektronik
  • Regierungspolitik fördert makroökonomische Stabilität
  • Monarchie hat politische Reformen eingeleitet


Schwächen

  • Abhängigkeit von Landwirtschaft
  • Unzureichende Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit
  • Armut, Analphabetismus und Arbeitslosigkeit sorgen für soziale Spannungen
  • Anfälligkeit der Tourismusbranche für Terroranschläge
  • nur schleppende Verbesserung des Geschäftsumfeldes

 

Mit freundlicher Genehmigung der Firma Coface

 

 


 

 

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen entwickelten sich im vergangenen Jahrzehnt mit außerordentlicher Dynamik. Von 2000 bis 2011 verfünffachte sich der Handel Deutschlands mit China von 28 Mrd. auf 144 Mrd. Euro. Im Gefolge der globalen Finanzkrise wuchs Chinas Bedeutung für den deutschen Außenhandel in großen Sprüngen. China rückte in der Liste der wichtigsten Exportpartner Deutschlands vom elften Rang im Jahr 2007 auf den fünften Rang Ende 2011 vor. Rund 6% aller deutschen Exporte gingen 2011 nach China.

 

In den letzten vier Jahren gewann China als Absatzmarkt für den deutschen Maschinenbau wie auch für die Automobil- und Chemie-Industrie sprunghaft an Bedeutung. In einer Periode, in der andere Exportmärkte einbrachen oder schwächelten, verdoppelten sich die Maschinenbau-Exporte nach China, das zum wichtigsten Absatzmarkt noch vor den USA und Frankreich aufstieg. Auch die deutschen Automobilbauer gerieten immer stärker in den Sog des chinesischen Marktes: Während 2007 Kraftfahrzeuge im Wert von 4,9 Mrd. Euro in China verkauft worden waren, schnellte dieser Wert bis 2010 auf 13,8 Mrd. Euro hoch. Für den Volkswagen-Konzern ist China zum wichtigsten Markt geworden, mit Zuwächsen von mehr als 17 Prozent allein im Jahr 2011. BMW erzielte 2011 gar Umsatzsteigerungen von 38 Prozent in China.

 

In der Chemieindustrie erwirtschaftet Bayer rund 8% des Konzernumsatzes in China. BASF und Bayer wie auch die großen deutschen Automobilkonzerne investieren Milliardenbeiträge in neue Standorte sowie Forschungs- und Entwicklungszentren. Mehr als 1200 deutsche Unternehmen unterhalten Produktionsstätten in China und beschäftigten rund 400.000 chinesische Mitarbeiter.

 

Stolpersteine

Zur schnellen wirtschaftlichen Erholung in Deutschland 2009-2011 trug die chinesische Nachfrage maßgeblich bei. Sie gab zugleich aber Anlass für sorgenvolle Debatten über eine riskante Exportabhängigkeit gegenüber China – mit gravierenden Rückschlagpotenzialen im Falle von wirtschaftlichen oder politischen Störungen innerhalb Chinas oder in den bilateralen Beziehungen. Nach langen Jahren reibungsarmer handelspolitischer Beziehungen nahmen die Klagen deutscher Unternehmen über unfaire Wettbewerbspraktiken in China jüngst deutlich zu. Die Vorstandsvorsitzenden von Siemens und BASF kritisierten öffentlich eine Verschlechterung der Investitions- und Geschäftsbedingungen für ausländische Unternehmen in China durch vielfältige Marktzugangsbeschränkungen, erzwungenen Transfer technologischen Knowhows oder eine unzureichend bekämpfte Technologie- und Markenpiraterie.

  

Chinesische Konkurrenten

Eine neue Entwicklung zeigt sich darin, dass chinesische Unternehmen – in China selbst wie auch weltweit – immer häufiger als Konkurrenten deutscher Firmen auch in technologisch höherwertigen Wirtschaftszweigen auftreten. Im Eisenbahn-, Infrastruktur- und Baumaschinengeschäft etwa sind chinesische Anbieter zu erfolgreichen Konkurrenten insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern geworden. Und in der Photovoltaik-Industrie stiegen chinesische Produzenten – dank großzügiger Finanzierung seitens chinesischer Staatsbanken – binnen weniger Jahre zu Weltmarktführern auf. Chinesische Unternehmen dringen als Investoren auch in Deutschland vor. Der globale Betonpumpen-Technologieführer Putzmeister wurde kürzlich von dem aufstrebenden chinesischen Sany-Baumaschinenkonzern übernommen.

 

Die Bedingungen für deutsche Unternehmen in China verändern sich gegenwärtig rasch. Lohn- und Produktionskosten sind seit 2009 um 20-30% gestiegen. Da gleichzeitig Chinas Währung aufwertete, ist China als Fertigungsstandort für industrielle Exporte deutlich teurer geworden. Im chinesischen Binnenmarkt aber bieten sich deutschen Unternehmen viele neue Chancen. Deutsche Technologien und Expertise werden beim Ausbau einer umweltverträglicheren Wasser- und Energiewirtschaft sowie einer resssourceneffizienteren Industrieproduktion sehr stark nachgefragt. Hier wird sich ein großes neues Wachstumspotenzial für Maschinenbau und Chemie bieten. Deutschlands Automobilbauer werden sich nach Jahren stürmischen Wachstums allerdings auf eine deutlich langsamer wachsende Nachfrage in China einstellen müssen.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Firma Coface

 

 



 

Polen boomt - hauptverantwortlich dafür ist die EM. Doch hält der Aufschwung darüber hinaus an? Eine Länderbewertung aus Coface-Sicht.

Die Wirtschaft in Polen brummte 2011 wie in den Vorjahren erneut - auch wenn sie sich im letzten Quartal etwas abschwächte. Die Coface-Analysten befürchten, dass sich dieser leichte Abwärtstrend 2012 wohl leider fortsetzen wird. Ein Grund: Private Haushalte konsumieren weniger. Das liegt vor allem am sinkenden Vertrauen der Verbraucher. Eingefrorene Löhne im öffentlichen Sektor und trübere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt tragen ihren Anteil dazu bei. Außerdem hält auch der Inflationsdruck an - 2012 erwarten die Experten eine Inflation von 3,5 Prozent. Die Kaufkraft der Haushalte sinkt deswegen spürbar.

Wichtigster Motor für das Wachstum bleibt der Außenhandel: Der Zloty verliert  an Wert - dadurch nimmt die Wettbewerbsfähigkeit der polnischen Ausfuhren zu. Die allgemein rückläufige Auslandsnachfrage wirkt sich auf Polen außerdem geringer als auf andere Schwellenländer in Europa aus, weil die polnische Wirtschaft weniger offen ist. Konkret: Während die Ausfuhren in der EU im Schnitt 65 Prozent des BIP ausmachen, liegen sie in Polen bei nur 40 Prozent.  Die öffentliche Hand investiert momentan weiterhin kräftig, zum Beispiel in große Infrastrukturprojekte - auch über die Fußballeuropameisterschaft hinaus. Und: Die Produktionskapazitäten der Unternehmen steigt wieder. Ausländer investieren vermehrt direkt und auch Banken vergeben leichter Kredite.
Staatsfinanzen auf dem Weg der Besserung

Weil die polnische Regierung mit dem Plan zur Entwicklung und Konsolidierung der Staatsfinanzen ab 2013 die Maastricht-Kriterien einhalten will, dürfte das öffentliche Defizit von acht Prozent des BIP im Jahr 2010 auf unter vier Prozent in 2012 zurückgehen. Dieser Plan sieht nicht nur eine Anhebung der Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt und das Einfrieren der Steuerklassen, sondern auch Renten-Kürzungen vor. Die Staatsverschuldung sollte sich deshalb unterhalb von 60 Prozent des BIP stabilisieren. Das Defizit in der Leistungsbilanz, von Europäischen Strukturfonds und rückläufigen ausländischen Direktinvestitionen finanziert, wird allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit erheblich bleiben. Devisenreserven nehmen 2012 erneut zu.

Das polnische Bankensystem scheint mit Eigenkapitalquoten, die über den Mindestvorschriften von Basel III liegen, relativ solide. Doch auch Polen bleibt von Folgen der Staatsschuldenkrise in Europa nicht verschont: Die Finanzaufsichtsbehörde forderte Banken mit bedeutenden Risiken auf, ihre Rücklagen durch die 2011 erwirtschafteten Gewinne zu stärken. Kreditinstitute vergaben mehr als 60 Prozent der Immobilienkredite an private Haushalte in ausländischen Devisen (hauptsächlich Schweizer Franken). Seit Anfang 2012 deckeln Banken deshalb ihren Anteil auf 42 Prozent um sich so gegen Währungsrisiken zu wappnen.

Die politische Lage im Nachbarland gestaltet sich sehr stabil dar: Seit Juni 2010 ist Bronislaw Komorowski polnischer Staatspräsident. Donald Tusk steht seit Oktober 2007 als Ministerpräsident an der Spitze einer Koalition aus seiner eigenen Mitte-rechts-Partei (PO) und der polnischen Bauernpartei (PSA). Die Polen bestätigten bei den allgemeinen Wahlen im Oktober 2011 diese Koalition. Der Abbau des Haushaltsdefizits hat für die Regierung oberste Priorität: Sie erklärte den Beitritt zur Euro-Zone zum Ziel, auch wenn sie dafür noch keinen konkreten Termin nannte.
Wie Polen zahlt

Typische Zahlungsweisen in Polen sind weder Wechsel noch Scheck. Der Grund dafür: Das gültige Erstellen dieser Zahlungsmittel hängt von bestimmten Formen und Vorschriften ab – oft eine langwierige Angelegenheit. In der Vergangenheit war es in Polen deshalb sowohl zwischen Privatpersonen als auch im Geschäftsverkehr üblich, mit Bargeld zu bezahlen. Seit im August 2004 jedoch das Gesetz über die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung in Kraft trat, müssen Unternehmen  Zahlungen in Höhe von mehr als 15 000 Euro über ein Bankkonto abwickeln. Dies gilt auch, wenn Zahlungen in mehreren Raten erfolgen.

Ein in anderen Ländern eher unbekanntes Zahlungsmittel ist der sogenannte Blankowechsel. Hierbei handelt es sich um einen Solawechsel, der zum Zeitpunkt der Ausstellung jedoch nicht vollständig ausgefüllt wird. Aussteller und Begünstigter vereinbaren zwar vorher den Betrag, Zahlungsort und Termin, vermerken aber nur das Wort „Wechsel“ und die Unterschrift des Ausstellers. Die Unterschrift gilt als unwiderrufliches Zahlungsversprechen. Es wird zum vorher vereinbarten Zeitpunkt eingelöst. Dieses Zahlungsmittel ist in Polen weitverbreitet und bietet sowohl bei einem Handelsvertrag als auch bei Ratenzahlungen eine Zahlungsgarantie.

Inzwischen stellt jedoch die Banküberweisung das üblichste Zahlungsmittel dar. Nach Phasen der Privatisierung und der Konzentration haben sich die polnischen Banken an das SWIFT-System angeschlossen.

Soweit möglich, raten Experten von einem Verfahren vor Ort aufgrund der einzuhaltenden Formvorschriften, der hohen Verfahrenskosten und der langen Bearbeitungszeiten durch die Gerichte ab. Um einen vollstreckbaren Titel zu erlangen muss man von einem Zeitraum von fast zwei Jahren ausgehen. Gründe: Der Mangel an erfahrenen Richtern und die unzureichende Materialausstattung. Polen bemüht sich allerdings sehr, die Effizienz der Gerichte zu verbessern.

 

 

-Mit freundlicher Genehmigung der Firma Coface-

 

 


 

 
Anfang Juli will die Staatsduma den Beitritt Russlands zur WTO ratifizieren. Ein 18-jähriger Verhandlungsmarathon findet damit seinen Abschluss. Doch bringt der Beitritt auch Verbesserungen für deutsche Unternehmen?

von Falk Tischendorf und Prof. Dr. Rainer Wedde

Russland - lange die letzte große Volkswirtschaft außerhalb der Welthandelsorganisation (WTO). Nach schwierigen und langwierigen Verhandlungen unterzeichneten die Beteiligten den WTO-Beitritt Ende 2011. 30 Tage nach der Ratifikation durch die Staatsduma wird die Russische Föderation nun Vollmitglied der WTO. Danach gelten die umfangreichen Regeln der WTO auch im Handel mit Russland. Innerrussisch genießen internationale Verträge Vorrang vor dem russischen Recht. Allerdings gibt es eine lange Übergangsphase bis 2020 bevor alle WTO-Regeln in vollem Umfang gelten.
Umfassende Erleichterungen

Ein mehr als 600 Seiten starkes Dokument enthält die Bedingungen des russischen Beitritts. Wichtig sind vor allem folgende Punkte:

Eine ganze Reihe von Export- und Importquoten entfallen, etwa im Bereich der Agrarwirtschaft. Nicht abgeschafft werden allerdings die für den russischen Fiskus so wichtigen Exportzölle auf Öl und Gas.
Zahlreiche Lizenzpflichten entfallen.
Begrenzungen für die Tätigkeit auf dem russischen Markt verschwinden, darunter Lokalisierungspflichten (etwa im Automobilbau) oder Obergrenzen für ausländische Investoren (etwa in der Versicherungswirtschaft). Nicht erfasst sind allerdings die auch nach den WTO-Regeln zulässigen Beschränkungen für sog. strategische Branchen.
Die Zollsätze werden reduziert, allerdings nicht vollständig aufgehoben. Im Durchschnitt sinkt der Zollsatz von ca. 10 Prozent auf ca. 7,8 Prozent. Stärkere Verringerungen gibt es für einige Industriegüter wie Pkw, Chemieprodukte, Medizinprodukte, Computer (vollständige Aufhebung).
Die Tarife im Luftverkehr gehen zurück, was vor allem die Flüge über Sibirien verbilligt.
Russland verpflichtet sich, Subventionen, etwa im Agrarbereich, zu kürzen.

Investoren überprüfen am besten für jede Branche und jedes Produkt separat, welche Rahmenbedingungen nun gelten. Nach dem Beitritt darf Russland neue Beschränkungen nur noch in Ausnahmefällen einführen und muss alle Mitgliedsstaaten der WTO gleich behandeln. Eine Ausnahme gilt für die regionale Zollunion mit Kasachstan und Weißrussland, bei der Präferenzen auch weiterhin möglich sind.
Was ändert sich durch den Beitritt?

Der WTO-Beitritt ist in Russland nicht unumstritten. Gewichtige Stimmen befürchten, dass die russische Wirtschaft zumindest in Teilen dem verschärften Wettbewerb nicht standhalten könnte. Ein erleichterter Handel bringt für den russischen Verbraucher reduzierte Preise, wird aber Branchen wie den Maschinenbau oder die Kfz-Produktion unter Druck setzen. Russische Unternehmen aus anderen Branchen, die schon länger auf dem Weltmarkt agieren, werden vom Beitritt profitieren. So entfallen etwa die EU- Importquoten für russische Stahlproduzenten.

Deutsche Investoren dürfen sich auf überwiegend positive Auswirkungen freuen. Der WTO-Beitritt erleichtert in vielen Bereichen den Marktzugang, etwa durch den Wegfall von Lokalisierungspflichten. Zusätzlich fallen Zugangsbeschränkungen, Zollbarrieren verringern sich. Damit können Investoren den russischen Markt auch ohne Produktion vor Ort erschließen. Allerdings verlangen die Größe des Marktes und die schwierige Logistik dennoch häufig eine Präsenz vor Ort. Experten erwarten insgesamt einen härteren Wettbewerb auf dem russischen Markt.

Der WTO-Beitritt verschärft die Notwendigkeit einer Modernisierung und Liberalisierung der russischen Wirtschaft. Dennoch können auch Experten über die Auswirkungen auf die russische Wirtschaftspolitik nur spekulieren. Es spricht viel dafür, dass die russische Politik den neuen Anforderungen nachkommt, versteckter Protektionismus könnte aber zunehmen.
Chancen nutzen

Viele haben den WTO-Beitritt lange erwartet. Ausländische Russlandinvestoren befürworteten ihn stets. Dass er nun endlich erfolgt, ist daher auch ein deutliches Signal der russischen Regierung an die ausländischen Investoren. Die verbesserten Rahmenbedingungen stellen eine Chance für das Land und seine Wirtschaft, vor allem aber für die Investoren dar. Sie kennen den weltweiten Wettbewerb, dem viele russische Konkurrenten bisher in Russland nicht ausgesetzt waren!

 

 

-Mit freundlicher Genehmigung der Firma Coface-