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Mit einer Länderbewertung von A4 gilt Marokko als eine der stabilsten Volkswirtschaften der Region. Ausländer nutzen die Situation, um den afrikanischen Markt partiell von Marokko aus zu erschließen.

Die Auswirkungen des arabischen Frühlings hielten sich in Marokko in Grenzen. Dafür gibt vor allem zwei Gründe: Zum einen liegt das an der Rolle des Königs, der in der Bevölkerung nach wie vor ein sehr hohes Ansehen genießt. Zum anderen versuchten die politischen Mächte in Marokko dem Entstehen von Unzufriedenheit und Unruhen zuvorzukommen. Die Verfassungsreform, von König Mohammed VI. in die Wege geleitet, ist durch ein Referendum im Juni 2011 gebilligt worden. Sie sieht vor, die Macht innerhalb der Monarchie zugunsten des Ministerpräsidenten und des Parlaments zu verlagern. Gleichzeitig stärkt sie die Unabhängigkeit der Justiz und die Eigenständigkeit der Regionen. Wesentliche Vorrechte des Königs bleiben jedoch erhalten. Marokko ist seit 1956 unabhängig und gemäß der Verfassung von 1992 eine konstitutionelle Monarchie.
Chancen und Risiken

Was Marokko heute wirtschaftlich interessant macht: die gut vertretbare Auslandsverschuldung und der solide und dynamische Bankensektor. Das „Maghrebinische Königreich“, so die eigene offizielle Staatsbezeichnung, nimmt durchaus eine Vorbildfunktion für Staaten des subsaharischen Afrikas im Bezug auf Entwicklungsstand und Bankensystem ein. Zudem profitiert das Land von wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt, dem florierenden Phosphat-Handel, Tourismus und verbesserter Infrastruktur. Außerdem scheint Marokko eines der innovativsten Länder im Bereich der erneuerbaren Energien zu sein.

Dennoch bestehen gravierende Probleme: Stark abhängig von Rohstoffen, bleibt die marokkanische Wirtschaft fragil. Geringere Ernten als 2011 und die sich abschwächende wirtschaftliche Lage in Europa als wichtigstem Handelspartner bremsen das Wachstum in 2012. Marokko exportiert 60 Prozent seiner Güter in die EU. Zudem stammen fast die Hälfte der Einnahmen im Tourismus und 85 Prozent des Transfers von expatriate workers aus Europa. Zwar strebt die Regierung für 2012 ein Wachstum um vier Prozent an, doch Coface erwartet lediglich eine um etwa drei Prozentpunkte ansteigende Wirtschaftsleistung.


Stärken

  • Bodenschätze, landwirtschaftliche Ressourcen und großes touristisches Potential
  • Günstige geographische Lage, Nähe zum europäischen Markt
  • Qualitätssteigerung und Diversifizierung der Produktion in wichtigen Branchen, z.B. Automobil, Elektronik
  • Regierungspolitik fördert makroökonomische Stabilität
  • Monarchie hat politische Reformen eingeleitet


Schwächen

  • Abhängigkeit von Landwirtschaft
  • Unzureichende Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit
  • Armut, Analphabetismus und Arbeitslosigkeit sorgen für soziale Spannungen
  • Anfälligkeit der Tourismusbranche für Terroranschläge
  • nur schleppende Verbesserung des Geschäftsumfeldes

 

Mit freundlicher Genehmigung der Firma Coface